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#1 Lernen - junger Hund/ alter Hund von erdnuckel 13.04.2012 11:28

Hallo

so, hier passt das mit dem Lernen besser.

Ich versuche mich klar aber vorsichtig auszudrücken; bevor man mich steinigt. Auch bestätigen Ausnahmen die Regel.
...so das mal rein zur Vorsicht vorweg.

Grundsätzlich lernen junge Hunde bis etwa 6 Monate schneller, sie sind neugieriger und ahben meist nicht soviele negative Erfahrungen gesammelt. Blöd ist, dass sie eben so schnell vergessen bzw. an Regeln einfach nicht denken.

Hunde ab etwa 2 1/2 bis 3 Jahren lernen etwas langsamer aber dafür sicherere; da läuft das nach dem Motto:" Gelernt ist gelernt!". Dise Hudne stellen Gelerntes nochmal in Frage und akzeptiern eine Regel dann.

Am ungünstigsten sind Hunde zwischen 6 Monaten und 2 Jahren. Die sind nicht nur auf Entdeckertour und "vogelfrei" (Teenie eben), die sind auch oftmals sehr unkonzentriert.

Ich persönlich arbeite am liebsten mit Hunden die 2 Jahre und älter sind. Die haben zwar meist schon negative Erfahrungen gemacht, lernen aber schnell dass ich ihre Körpersprache kann . Es mag hart klingen aber Welpen sind niedlich, es ist knuffig sie bei ihren Entdeckungen zu beobachten aber Welpen sind nicht meine Baustelle. Von berufswegen arbeite ich mit Welpen und Junghunden, aber privat sind mir die Hunde Mitten oder gleich nach der Pubertät am liebsten.

Es macht auch einen Unterschied was für einen Hund man sein Eigen nennt. Der (heißgeliebte) Labrador testet Grenzen leider oft über Kraft aus; ein Terrier eher auf mentaler Ebene. Ich persönlich mag das Kräftemessen nicht, ich favorisiere den "mentalen Kampf".
Ich für mich mag am liebsten endweder die ganz verschreckten Kerlchen, denen wieder auf die Beine zu helfen it schon eine Herausforderung oder aber die "Jagdschweine". Ich finde es einfacher einen jagdliche interessierten Hund auszulasten als einen Hund mit extremen Hüte-oder Schutztrieb.

Nette Grüße Bille

#2 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Gabi mit i 13.04.2012 11:53

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Ich bin ganz Deiner Meinung!!
Deshalb favorisiere ich die alten Hunde: Sie haben so viel Erfahrung und ruhen in sich, dass es leicht fällt, sie einzuschätzen und anzuleiten und bei Situationen, die sich noch nicht kennen, mit Ruhe, Lob und Konsequenz zu arbeiten.
Wenn ich sehe, wie viele Leute ausgesprochen grob mit ihren Welpen umgehen, "weil die ja was lernen müssen", könnte ich k... Harmonie, Regelmäßigkeit und Beharrlichkeit sind m.E. das, was junge Hunde brauchen, unter anderem.

#3 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Mel13 13.04.2012 12:55

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Klar sind kleine tapsige Welpen suess, aber diese Phase ist ja nun auch sehr schnell vorbei. Wir haben uns recht früh bei unserer Hundeplanung von einem Welpen verabschiedet, auch wenn der Vorteil der Prägung besteht und man weiss, was der Hund erlebt hat. Eigentlich wollten wir einen Hund ab 2 Jahre übernehmen (aus den o.g. Gründen). Jetzt bekommen wir Pepe mit ca. 12 Monaten mitten in der Pubertaet . Aber....."Gefahr" erkannt, Gefahr gebannt. Am wichtigsten wird das Thema Bindung sein und daran werde ich arbeiten und dann kommt alles andere. Ein bisschen Pepp und Selbstbewusstsein muss unser Hund schon haben, wir sind eine aktive und lebendige Familie, da muss er mit klarkommen und mithalten, speziell wenn alle zu Hause sind. Aber es wird auch viele Stunden am Tag geben wo hier Ruhe ist, wenn die Bande ausser Haus ist. Ich freue mich schon so auf den Kerl

#4 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Bine 13.04.2012 13:26

jetzt muss ich aber doch nochmal nachfragen... du sagst du arbeitest nicht so viel mit rufen und kommandos, sondern baust eher die bindung auf und das die hunde sich immer an dir orientieren und gucken wo du bist und was du machst... wie genau "machst" du das denn...also bei meinen erwachsenen hunden klappt das sehr gut, aber bei unserem jungspunt, 7 monate, wage ich daran zu zweifeln... der geht lieber auf tour und alles andere ist ja sooo viel interessanter...

#5 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von zaubermous 13.04.2012 14:48

hallo

ja interessiert mich auch, "wie" Du das machst..also die Theorie

LG
Melly

#6 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von seehund 13.04.2012 15:12

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Hallo!
Ich finde das hört sich echt sehr interessant an! Meine Lucy ist ja eine sehr selbständige Hündin mit ordentlichem Jagdtrieb und inzwischen 21 Monate alt.
Ich habe mit ihr gerade wieder Hundeschule gemacht (auf der Insel leider nur in den Ferien möglich und dann 1 Woche jeden Abend).
Da macht sie toll mit. Auch abrufen unterwegs geht (meistens) gut, aber sie achtet nicht wirklich von selbst auf mich.
Immer schön vorweg oder kreuz und quer. Wenn ich mich verstecke bemerkt sie das manchmal erst nach 1-2 Minuten und fängt dann langsam
mal an zu gucken. Falls dann noch was interessante dazwischen kommt: hoppla, was ist das denn? dann dauert es.....
Daß sie von allein auf mich achtet oder sogar kommt wenn ich stehen bleibe, wäre ja ein Traum!
Würde mich also auch sehr interessieren wie man das hinbekommt!!
(Lucy war als Welpe schon so, immer los in die Welt, ist mir nie richtig nachgelaufen.... )
Wenn ich mir viele Beiträge über die Bodis durchlese habe ich immer das Gefühl,
Lucy ist die Ausnahme, alle sind super lieb und folgsam...... nur Lucy nicht
Wie gesagt Hundeschule supi, sie läuft 1a bei Fuß, macht Sprünge/Tunnel, Slalom (fangen wir gerade erst an),
Platz und Sitz aus der Bewegung, alles gut, aber draußen... gmpf...
also her mit den Tips!!
liebe Grüße
Dörte

#7 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Mel13 13.04.2012 18:03

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Ja, her mit der Theorie . Wie ist der Aufbau deines "Trainings" etc.?

#8 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Bine 13.04.2012 19:02

Zitat von seehund
(Lucy war als Welpe schon so, immer los in die Welt, ist mir nie richtig nachgelaufen.... )
Wenn ich mir viele Beiträge über die Bodis durchlese habe ich immer das Gefühl,
Lucy ist die Ausnahme, alle sind super lieb und folgsam...... nur Lucy nicht



Tröste dich... Duffy ist da genauso....vom anfang an...und da war er grade mal 5 monate alt... ich würde es schon als ignorant bezeichnen...eben waren wir draußen und da wars die reinste katastrophe und das schlimme ist, lucy war auch nicht so lieb und folgsam wie sonst, sondern hatte auch was in der nase und ich musste ihr auch ständig hinterherbrüllen... solche spatziergänge machen echt keinen spaß sondern sind einfach anstrengend...

#9 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Santa 13.04.2012 21:28

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Zitat von erdnuckel

Am ungünstigsten sind Hunde zwischen 6 Monaten und 2 Jahren. Die sind nicht nur auf Entdeckertour und "vogelfrei" (Teenie eben), die sind auch oftmals sehr unkonzentriert.



Billes Feststellung und den Beispielen der übrigen Beiträge, kann ich mich nur anschließen!

Die Zeit zwischen 6/7 Monaten und jetzt, wo Jana fast 3 Jahre ist, war nicht immer lustig. Gefühlt würde ich behaupten, dass sie erst jetzt wirklich anfängt, sich an uns zu orientieren in dem sie mehr auf uns achtet und immer öfters auch auf leise Töne reagiert. Es gibt immer noch Tage, an denen man meint, man quatscht/brüllt die Wand an, aber es ist nicht mehr die Regel.

#10 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von erdnuckel 14.04.2012 03:48

Hallo und guten Morgen allerseits,

da mich unser Windelzwerg dank Erkältung nicht schlafen läßt, nutze ich die Zeit um Euch zu schreiben und die eine oder andere Tasse Kaffee zu vernichten.

Bevor ich eine Übung in der Theorie beschreibe möchte ich nochmals ganz deutlich machen, dass ein großer Teil des Erfolges einzig daran scheitert, dass wir Menschen zu ungeduldig sind. "Wir üben das jetzt schon drei Tage und Klein-Lumpi reagiert fast gar nicht!".....ich kann den Frust dieser Menschen verstehen, aber erstens regiert er eben nur "fast" gar nicht und zweitens hattte er mindestens ein Jahr gar keine Grenzen/ Regeln...was sind da drei Tage?!

Schweigen ist Gold
Es klingt sicherlich doof, aber zu allererst muss der Mensch lernen einfach mal still zu sein, ich meine wirklich still, kein Reden, kein Sprechen, einfach mal die Klappe halten. Das ist Ziel der ersten Übung. Jedes zweite Rufen nach dem Hund unterdrücken und statt dessen in die entgegen gesetzte Richtung laufen!
Oder klarer ausgedrückt: jedes zweite Mal wenn Ihr das Gefühl habt Euer Hund ist unachtsam oder läuft zu weit voraus
und Ihr ihn zu Euch rufen wollt, unterdrückt diesen Rückruf und dreht spontan und ohne vorherige Ankündigung einfach mal um und lauft weg.
(Bitte nicht bei gefährlichen Situationen, an Straßenrändern etc. machen!)
Sobald Klein-Lumpi Euren Richtungswechsel mitmacht und Euch folgt, freut Euch im Stillen!!!! Mehr als ein gehauchtes "Fein" sollte keinesfalls über Eure Lippen kommen!

Bitte beachten!
Fangt Eure Übungen bitte NICHT auf der örtlichen Hundewiese an oder bei wildinteresierten Hunden NICHT in gefährlichen Gebieten! Nutzt langweilige Strecken der Spaziergänge und steigert die Anforderung an Euch und den Hund. Alle die ihren Hund an einer Schleppleine laufen lassen (müssen) können diese Übung ebenfalls machen. Einziger Unterschied: der Hund muss notgedrungen schneller auf Euch reagieren weil das Seil zu Ende ist.

Probiert das doch mal aus und schreibt mir wie es klappt. Diese Übung liest sich komisch und man bekommt das Gefühl ich will Euch auf den Arm nehmen. Richtungswechsel kennen die meisten vom Leinelaufen schon. Aber das ist etwas anderes und wird vom Hund auch völlig anders wahrgenommen. Ich habe etliche Kunden die schon lange Zeit mit Hunden zusammenleben und mich bei dieser Übung mehr als skeptisch ansehen, nach dem Motto:" Eben spinnt sie aber!". Diese Menschen sind erstaunt wie schwer es ihnen fällt zu schweigen und eben nicht nach dem Hund zu rufen. Wir Menschen haben den permanenten Drang zu reden oder zu rufen, wir glauben wenn wir nur laut genug und oft genug etwas sagen wird es der Hund schon tun.....wird er nicht! Er wird uns höchstens für unzurechnungsfähig erklären. Kein Chef wiederholt Arbeisanweisungen x-mal!
Ihr könnt beim Wechseln der Laufrichung in jede beliebige Richtung laufen, nur nicht Richtung Hund. Sehr effektiv ist das Laufen querfeldein, Mitten aus Feld, vom Waldweg ins Unterholz etc., lauter Laufrichtungen mit denen der Hund nicht rechnet.

Ich bin auf Eure Berichte gespannt. Nur eine Bitte habe ich, meckert mit mir wenn Ihr meine Beschreibungen nicht vesteht oder ich undeutlich schreibe und wenn Ihr eine Rückmeldung schreibt bitte ganz ehrlich berichten. Ich erkläre Dinge/ Sachverhalte liebend gerne 1000 Mal, dazu muss ich aber wissen, dass mein Gegenüber sie missvestanden hat oder nicht damit zurecht kommt.

Gerne beschreibe ich Euch nach den ersten Rückmeldungen weitere kleine Übungen. Ic wünsche viel Geduld beim Schweigen

Nette Grüße Bille

#11 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Sunny 14.04.2012 07:36

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Hallo Bille,

ich fang dann einfach mal an
Also Sunny is ja wie gesagt der Streber schlechthin und sie is ja nun auch shcon fast drei Jahr bei mir und ich bin der Meinung das wir ein recht gutes Team sind !

Also Sunny hab ich anfangs auch nur an der Schleppleine gehabt, wobei ich sagen muß das das Ganze vielleicht 3, höchstens 4 Wochen gedauert hat und dann war mir das zu blöd, da Hund und dann immer bei den Pferden mit der Schleppleine das war mir zu stressig !
Ich hab dann angefangen sie bei den Pferden einfach los zu machen, hab meine Arbeit gemacht und dann sind wir gassi gegangen, hab am Anfang auch immer Leckerchen dabei gehabt , sicher is sicher
Sunny hat ja zum Glück KEINEN Jagdtrieb, was bei uns von Vorteil ist , da wir ja auf dem Land leben und bei uns die Rehe teilweise sehr nah an die Häuser kommen
Hab mit Sunny also angefangen ohne Leine zu gehen, da ich das von meinem vorherigen gewohnt war , der immer und überall ohne Leine lief, bin ja ein sehr bequemer Mensch und hasse das gewurstel mit der Leine
Lief auch von anfang an ganz gut, ein zweimal hat sie nich reagiert und dann hab ich mich versteckt das fand sie wohl nicht so lustig und bei diesen zweimal is es auch geblieben !
Sunny geht beim gassi gehen immer voraus, schaut aber immer wieder wo ich bin und bleibt auch ab und an mal stehen und wartet bis ich komm .
Einzig was mich manchmal nervt ist, das sie SEEEEEHHHHRRRRR neugierig ist wie ein altes Waschweib, sobald Fremde uns begegnen muß sie gucken gehen wer da kommt und wenn ich nicht fest darauf bestehe das sie hier bei mir bleibt dann muß man gucken gehen

Was das reden beim gassi gehen angeht, so hab ich das auch auf das mindeste eingestellt und muß sagen das wir damit sehr gut laufen !
Hab da grad den direkten Vergleich , Sunny und der Yorki von meinen Nachbarn !
Meine Nachbarin is dauernt am quatschen und am lappern und der Hund reagiert schon gar nich mehr !!!!!
Gestern hatte ich ihn mal wieder mit dabei und bei mir läuft der auch ohne Leine und auch bei ihm funktioniert das mit dem nicht reden eigetlich ganz gut, ABER dieser Hund is der Hammer, der frißt alles in sich rein was er so findet !!!!!!!! Vor allem fremde Hundekacke !!!! und wenn er mal wieder was gefunden hat, dann läßt er sich auch nicht mehr einfangen, bis das lecker Zeugs vernascht ist
Boah,d a könnt ich ausflippen und da nutzt auch alles weiter laufen oder verstecken nicht !!!!
Ich ruf dann Sunny immer zu mir und tu furchtbar wichtig mit ihr und dann kommt er auch und sschwups is er an der Leine !!!! und läuft halt dann ne zeitlang an der Leine !!!
Bei mir klappt das mit dem Zwerg ja ganz gut, aber wenn das Frauchen dabei ist , da kann ich nur mit dem Kopf schütteln !!!! Vor allem das Frauchen is SOOOOOO langsam , bis die merkt das der Knirps wieder was ausheckt is es meistens schon zu spät !
Also wenn wir zusammen gehen hab ich immer zwei Hunde zum gucken, wobei ich bei Sunny kaum gucken muß sie guckt ja nach mir und ich dann nur den Knirps unter Kontrolle haben muß !!!!
Sunny is echt ein ganz toller Hund und sie macht alles gern und gut mit, bin echt froh das ich sie hab und muß manchmal echt grinsen wenn ich so les was andere für Probleme haben
Sunny ist einfach ein Glücksgriff schlechthin !!!!

#12 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Poldy 14.04.2012 07:45

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ich mach das häufiger mit dem "einfach weggehen" bzw andere richtung laufen...
funktioniert super, vor allem bei Poldy...

leider ist natürlich auch so, dass sie sich zu dritt sicherer fühlen...

wenn ich mit Poldy allein unterwegs bin, dann ist er immer in einem Radius von max 10m um mich rum und hört super...
auch zu zweit geht es echt ganz gut....aber zu dritt wird es eindeutig schwieriger...

aber jahrelange übung macht´s möglich, dass es im großen und ganzen gut läuft...nicht perfekt, aber das erwarte ich nicht...dafür bin ich manchmal zu ungeduldig und zu inkonsequent ....

#13 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Mel13 14.04.2012 10:06

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@Bille,
du beschreibst das richtig gut und auf jeden Fall zum Schmunzeln (also nicht staubtrocken). Ich habe zwar noch keinen Hund, kann es aber nachvollziehen und werde es dann genauso ausprobieren und zu Deiner Idee ein Buch zu schreiben: Mach es !! Du kannst sehr gut (be)schreiben. Ich würd´s lesen
Vielleicht sollte es hier im Forum noch eine Unterrubrik geben: "Hundeerziehung nach Themen und in der Theorie beschrieben". Dann kann man sich das auch mal ausdrucken und draussen üben und nacharbeiten und ein Feedback dazu geben bzw. erhalten . Speziell bei den Themen, die öfter und bei vielen Hunden auftreten (weglaufen, hochspringen, an der Leine ziehen, zu wild auf andere Hund zugehen etc.). Könnte man ja abfragen.

#14 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Moni Ge. 14.04.2012 14:06

Hallo Bille,
vielen Dank für deine tolle Beschreibung. Da haben wir ja bei unserem Diego sehr viel richtig gemacht. Aber eigentlich mehr unbewusst. Er ist ein Hund der leisen Töne, konnte lautes Ansprechen nie vertragen und somit sind wir in keiner Hundeschule gewesen, da ich keine Kommandos über einen Platz brüllen wollte. Diego war von Anfang an sehr auf uns fixiert und daher hat das mit dem Richtungswechsel toll geklappt. Mittlerweile kann man ihm Kommandos zuflüstern und er reagiert. (ich gebe damit immer vor anderen Leuten an, die bekommen gar nicht mit, dass ich mit ihm rede. )

Nun haben wir seit knapp 3 Wochen eine Hündin dazu bekommen und alles ist anders. Sie hört nicht auf uns, sie orientiert sich nicht an uns, sie will immer nur Diego hinterher. Der läuft aber nun ohne Leine und sie ist an der Schleppleine. Demzufolge zieht sie die ganze Zeit wie verrückt. Wir wissen nicht so recht, wie wir mit der Situation umgehen sollen. Man hat uns jetzt schon geraten, mit ihr alleine zu trainieren. Aber das ist ja nicht der Alltag. Normalerweise sind die beiden immer zusammen. Das war ja der Grund, warum wir uns einen zweiten Hund angeschafft haben.

Hast Du (oder jemand anders) einen Tipp für uns?

Liebe Grüße, Moni

#15 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Bine 14.04.2012 15:21

Das ist eine gute Frage... Ich habe das mit dem Richtungswechsel heut auch mal geübt. Duffy ist völlig unbeeindruckt, wenn ich weggehe... irgendwann kommt er zwar, aber auch nur weil meine andren beiden mir immer folgen und er eben den anderen Hunden folgt. er kam dann auch nicht zu mir gerannt, sondern zu den anderen beiden. Ziemlich nervig

#16 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Moni Ge. 14.04.2012 18:44

Also, ich war heute richtig mutig. Raus in den Tagebau, Schleppleine weg und ab dafür. Ich bin total beeindruckt, alles hat super geklappt. Luna ist nicht weggelaufen, hatte mich immer im Auge und hat den Richrungswechsel super mitgemacht. Sie kam mir sogar hinterher als Diego in einer Baumschule unterwegs war.

Jetzt muss man mal abwarten, ob das nur eine Eintagsfliege war, oder ob das die Tendenz ist.

#17 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von erdnuckel 15.04.2012 11:40

Hallo an alle,

das mit dem Richtungswechsel und em Folgen des Hundes kann mitunter zäh sein
Hunde sind schlauer als wir glauben und sie testen zuerst einmal aus, ob wir es auch ernst meinen - das hat viel mit Autentität/ Glaubwürdigkeit zu tun. Ein Hund, der es gewohnt ist, dass sein Mensch gefühlte 100x hinter ihm heruft und schlussendlich auch noch hinter ihm herläuft wird den Richtungswechsel nicht spontan und ohne zu hinterfragen akzeptieren! Dazu müsste der Hund schon reichlich blöd sein.
Die meisten Hunde aber sind schlauer als uns lien ist....mit dummen Hunden lebt es sich leichter.

Wer zwei oder mehr Hunde hat sollte den stursten der Vierbeiner vorrübergehend mit einer Schleppleine "beglücken". Sinn dieser beschriebenen Übung ist nicht, dass der sture Hund den anderen Hunden folgt, er soll dem Menschen folgen. Manchmal muss seinem und dem Glück des Hundes etwas auf die Sprünge helfen....Schleppleinen sind da eine tolle Erfindung
Man muss die langen Leinen nicht dauerhaft in der Hand halten, es ist ausreichend nach dem Ende zu greifen sobald man die Laufrichtung ändern möchte...getreu dem Motto: "Sicher ist sicher!".

In erster Instanz muss erst einmal ich als Mensch überzeugt sein vom dem was ich da tue, in zweiter Instanz muss meinem Hund klar werden, dass ich es wirklich ernst meine...und das kann durchaus etwas dauern. In dritter Instanz muss der Hund lernen, dass dieser Richtungswechsel überall gilt und und in vierter Instanz dass es generell gilt.....ein weiter Weg.
Der Weg kann vier Wochen dauern, es kann aber auch locker die dopelte Zeit brauchen.

Uns Menschen hilft es oft, wenn wir mit dem Gedanken "Der Weg ist das Ziel" zu Werke gehen.....in diesem Sinne einen schönen Sonntag, nette Grüße Bille

#18 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Mel13 15.04.2012 11:55

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Jetzt mal zum Thema Schleppleine. Wenn die z.B. 10m lang ist, ist ja irgendwann mal Schluss. Wenn der Hund dann innerhalb dieser 10m mir nicht folgt was dann ? Stehenbleiben und abwarten und dann neuen Versuch starten ? Kann mir das nicht so richtig vorstellen. Wenn der Hund neu oder sehr aktiv ist, behalte ich die Leine doch erstmal in der Hand und lasse sie nicht schleifen, oder?

#19 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Bine 15.04.2012 12:16

Duffy ist eh an der Schleppleine. Habe diese aber gestern schleifen lassen um eben die Richtungswechsel auszuprobieren. Denn wenn ich sie festgehalten hätte, hätte ich den Hund ja bei jedem Richtungsewechsel hinter mir her gezogen. Und das ist doch auch nicht im Sinne des Erfinders, oder? Wenn ich gucken will wie der Hund reagiert kann ich ihn ja nicht "zwingen", dann weiß ich ja immernoch nicht ob er mir freiwillig folgen würde und sich an mir orientiert.

#20 RE: Lernen - junger Hund/ alter Hund von Moni Ge. 15.04.2012 12:38

@Mel: Ich weiß nicht, ob ich mich mit meiner Erziehungsmethode jetzt hier in die Nesseln setze, oder nicht. Aber ich trainiere jetzt den 3. Hund an der Schleppleine und mache das so, dass ich sie am Anfang in der Hand halte und den Hund daran laufen lasse und den Entfernungsradius bestimme. In unserem Fall ist es eine 10m Leine. Kurz bevor das Ende erreicht ist, gebe ich das gewünschte Kommando, in unserem Fall ist das immer "steh" oder "komm" Je nach dem was ich bezwecke. Am Anfang weiß der Hund nicht was ich will und ich wiederhole am Ende der Leine das Kommando "steh" mit einem Ruck an der Leine und bei "komm" ziehe ich ihn langsam zu mir her, funktioniert das, gibt es entweder ein Lecker oder einen Freudentanz oder ein kurzes Ballspiel, je nach dem was der Hund bevorzugt.
Wichtig ist, dass die Schleppleine nie als Führleine genutzt wird und nie auf Spannung ist. Der Hund kapiert das relativ schnell und ragiert auch relativ schnell, wenn man die Leine in der Hand hat. Wenn er dann weiß was ich will, lasse ich die Leine auf dem Boden hinter ihm herschleifen. Dann darf sich auch der Aktionradius erhöhen. Ich übe wieder die Kommandod "steh" oder "komm". Wenn der Hund darauf nicht reagiert, trete ich unmittelbar auf das Ende der Leine, sodass ich den Ruck mit dem Fuß auslöse. Der ist in der Regel heftiger als der mit der Hand, zumal der Hund in Aktion ist. Ich habe dies bisher bei keinem Hund mehr als 2-3x mal tun müssen.
Dies kombiniert mit dem Richtungswechsel (den durchzuhalten ist wirklich schwierig, weil es uns massiv wiederstrebt, vom Hund wegzugehen ohne sich dauernd umzudrehen und den Hund zu rufen) führt in relativ kurzer Zeit zu tollen Erfolgen.

Liebe Grüße

Monica

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