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#141 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von Pido 14.07.2015 12:47

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Also: Unser Pido wurde aus der Tötungsstation gerettet. Ich vermute mal, er ist dort gelandet, weil er lieber mit Mäusen kuschelt anstatt sie jagt. Kürzlich auf der Straße lief dort eine kleine Spitzmaus. Sie war noch sehr jung. Er hat sie immer nur angestupst, bis sie von der Straße war., dann hat er ihr hinterhergeschaut, wie sie im Gras verschwand. Das einzige, was er jagt sind Katzen, aber auch nur so lange sie wegläuft. Bleibt sie stehen ist sie uninteressant wie das Frettchen, das auf unserem Rasen an der Leine lief und bei ihm nur geschnuppert hat.

#142 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von RBAMaster 22.08.2016 21:51

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Das Bodeueros keinen Jagdtrieb haben ist eher selten und nicht die Regel. Ich muss immer grinsen, wenn ich Bewerbungen sehe:
"Ich möchte am liebsten eine Hündin, jung und OHNE Jagdtrieb" ... oder "die Hündin oder der Rüde XYZ aus der Tötung im Tierheim xyz ... aber OHEN Jagdtrieb" - Sorry bei solchen Anfragen stehen mir die Haare zu Berge. Mehr noch, wenn der Hund noch im Tierheim ist ... sollen die dort ein Kaninchen oder ein paar Mäuse in den Zwinger werfen, um zu schauen, ob er/sie dann jagdt

Wer eindeutig schon auf Pflegestelle Jagtrieb zeigte ist Jack ... Jack the Ripper hatte wieder mal ein kleines Mäuschen erlegt


Nachtrag: In Niedersachsen könnte Jack sogar die Gudrun noch richtig reich machen ... da gibt es Prämie beim Erlegen von Bisamratten
"In Deutschland ist die Bisamratte ganzjährig jagdbar. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind weitgehend auf Hochwasserschutzanlagen beschränkt, die vor der Wühltätigkeit der Bisamratten geschützt werden müssen. Die Zahl der Tiere, für deren Fang Prämien mit Förderung des Landes Schleswig-Holstein gezahlt worden sind, belief sich 1996 auf 22.602, 1997 auf 26.638 und 1998 auf 41.029 Exemplare" (Quelle Wikypedia)

#143 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von svnj 23.08.2016 08:55

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Bodis und der Jagdtrieb...dazu gebe ich jetzt auch mal meinen Senf: Ich muss sagen, dass mir bei den Bodis die ich bisher hatte ihr großes Interesse an Vögeln aufgefallen ist, allesamt. In einer Stadt wie Hannover mit vielen, vielen trägen Tauben muss man da schon immer ein Auge drauf haben, denn vermutlich macht es keinen guten Eindruck wenn der vorher ach so niedliche, kleine Hund eine Ringeltaube zerlegt. Aber ich muss sagen im Großen und Ganzen hielt es sich bei Oreo, Dino/Oskar, Fido und Parker in Grenzen, obwohl Oreo als er vermittelt wurde wohl die Aufgabe der Rattenjagd sehr ernst nahm und sogar die Leiter zum Heuboden erklomm...Erfolgsquote? Eine Ratte pro Tag.
Also muss ich aus meiner Erfahrung heraus sagen, ja- der Jagdtrieb ist vorhanden, aber entweder hatte ich Glück oder ich bin durch meinen vom Jäger ausrangierten Podenco einfach schlimmeres gewohnt, die in Sekunden ganze Mäusefamilien ausgerottet hat. Ich finde im Vergleich zum Podenco oder Galgo ist der Bodi einfacher zu regulieren, aber wie gesagt vielleicht hatte ich bislang nicht das "entsprechende Exemplar" oder die Hunde waren nicht lange genug bei mir.
Meine Hundetrainerin sagt immer, wenn man einen sportlichen, agilen Hund haben möchte wird er auch immer jagdlich motiviert sein (oder er ist ein Hütenhund aber da hat man noch ganz andere Bereiche abzudecken), kein Hund rennt ohne Grund, es macht auch keinen Sinn schnell zu laufen, Ressourcen zu verschwenden, ohne etwas damit bezwecken zu wollen, wofür Energie aufbringen wenn nicht dafür diese wieder aufzufüllen?
Einen sportlichen, lauffreudigen Hund ohne Jagdtrieb? Unmöglich oder der 6er im Lotto, es kommt nur auf die Intensität dieser Passion an und natürlich auf die Kooperationsbereitschaft der Rasse, ein Podenco z.B. soll gar nicht mit dem Menschen kooperieren, er soll seinen Job machen, Entscheidungen selber treffen und dann abliefern, genau wie der Husky oder Thai Ridgeback, da aber Bodis eben auch sehr anhänglich, menschenbezogen und mit dem will to please ausgestattet sind, hat man es bei ihnen in der Regel bestimmt ein bisschen leichter, wobei es schlussendlich wohl auch auf den Charakter ankommt.

#144 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von Jasmin 23.08.2016 11:48

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Ich finde es bei den Bodis auch sehr gut zu handeln. Clara hat ein Abbruchsignal, wenn ich das schreie stemmt sie alle vier Pfoten in die Erde und macht kehrt. Es sei denn ich bin viel zu spät dran...

Wir hatten in der Hundeschule mal eine Parson Russell Hündin, wenn die ne Hasenfährte aufgenommen hat war kein Rankommen mehr. Da half nur noch Schleppleine und festhalten

#145 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von Moosrose 23.08.2016 13:19

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Ein Grund zur PSVin zu werden. Mit solchen Anforderungen wollte ich meinen Plegehund nicht abgeben.

Der Hund ("die Sau")
soll dies, soll das,
soll dies nicht, soll das nicht, soll jenes nicht, soll auf gar keinen Fall und das schlimmste wäre Jagdtrieb.

Täglich können wir beobachten, wie Hundehalter zur Auslastung ihre Hunde zur Hasenjagd ankarren, damit der Hund mal ne Stunde Bewegung hat. Die gleichen Menschen wundern sich warum der Hund nicht abrufbar ist, obwohl sie sich nicht einmal bemüht haben irgendeine Form von Bindung aufzubauen. Wundern sich wenn der Hund an der Leine zieht, wg des extremen Jagdtriebs, ohne sich um eine ordentliche Leinenführung zu bemühen. Wundern sich bei völliger Ignoranz des Besitzers, dass Hund lieber seinem angeborenem Hobby nachgeht.
Wenn die Ratschpartner oder die Zigarettenschachteln ausgehen, dann kommt Aktivität ins Spiel, der Hund ("die Sau") wird angeschrien (Rückruf). der Hund kommt reumütig zurück, der Beweis von schlechtem Gewissen (beim Hund).

Ich bin ganz froh um meine kleine Jägerin, so war ich gezwungen mich anzustrengen, um die wunderbaren Veranlagungen eines Bodis nicht brach liegen zu lassen/ kaputt zu machen.
Man kann lernen mit dem Jagdtrieb umzugehen, aufmerksamer werden, Strategien entwickeln und man darf seinen Hund auch mal an der Leine führen. Manchmal muss man mehr Zeit investieren als nur 10 x Hundeschule.

Trotzdem schaffen sie es halt doch manchmal, die Lumpen , und kommen zum Erfolg. Dann muss man sich halt verzeihen und beim nächsten mal stolz auf sich sein, wenn der Rückruf rechtzeitig klappt.

Grüße aus Hasencity (München, wo die Hasen auch mal gerne aus dem Park über die Straßen flitzen)

#146 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von BodiAC 23.08.2016 15:22

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Man kann auch gezielt mit den Hunden Jagen so dass sie ihrem Jagdtrieb nachkommen können. Mag sein, dass das nicht mit jedem Hund funktioniert, es gehört auf jeden Fall eine gehörige Portion Vertrauen in beide Richtungen dazu. So wie es Gudrun mit Jack macht. Gudrun käme nie auf die Idee dem Jack das Jagen zu verbieten. Aber sie ist aktiv dabei und hat Jack dabei weitestgehend unter Kontrolle.

Ich mache das mit Rico so:
Ich sehe die Kaninchen im Gras aus meiner höheren Warte viel eher als Rico. Ich mach einen bestimmten Laut, ein leises Zischen. Wenn ich den abgebe und das gleichzeitig mit meiner Körpersprache anzeige, dann weiß Rico, dass ich ein Kaninchen gesehen habe, schaltet in den Jagdmodus um und läuft in die Richtung die ich angebe. Oft renne ich vor um ihm die Richtung anzuzeigen und so "jagen wir zusammen". In der Regel sieht Rico das Kaninchen zwar noch aber es ist bereits im Bau verschwunden bevor er es erreicht. Aber er hat trotzdem ein Erfolserlebniss und das Kommando wird dadurch gefestigt. Da ich das nur in sicheren Umgebungen und meistens auch nur dann mache wenn da wirklich ein Kaninchen ist, vertraut mir Rico bei diesem Zeichen inzwischen mehr oder weniger Blind. Das funktioniert auch Diagonal über eine Wiese die die Größe eines Fußballplatzes hat, also über mehr als 100 Meter.
In Notsituationen hilft dieser Zischlaut auch Rico von seinem derzeitigen Tun abzubringen denn wenn er diesen Laut hört lässt er alles stehen und liegen - dann gibt es für ihn nur noch eins - auf mich zu achten. Auch aus dem Gebüsch wieder herauslocken funktioniert damit. Dann muss ich einfach so tun als käme er zu spät und das Kaninchen ist schon weg. Manchmal spiele ich ihm das auch nur vor wenn einfach gar keine Kaninchen da sind. Aber wie bei allen Befehlen darf man das nur sehr sparsam und überlegt anwenden sonst nutzt es sich ab. Pro Runde die so 40 Minuten dauert passiert das vielleicht 4-5 mal.
Rico bleibt dadurch in meiner Nähe, wobei Nähe für Rico heisst, er sieht bzw. hört mich und achtet auf mich. Da können auch schon mal 50 Meter Abstand zwischen uns sein. Ich könnte ihm ja jederzeit wieder das nächste Kaninchen anzeigen. So ist er die ganze Zeit mehr oder weniger unter meiner Kontrolle, jagd mit mir zusammen und ist danach der glücklichste Hund. Ich habe dadurch auch noch meine sportliche Betätigung und bin danach selber oft geschafft aber glücklich.
Das findet übrigens mehrmals in der Woche bei unserer Abendrunde statt und in der dunklen Jahreszeit macht es zusammen mit dem Leuchthalsband und einer starken Taschenlampe besonders Spaß. Insbesondere wenn die geblendeten Kaninchen in den Lichtstrahl schauen und erst spät merken dass Rico von der Seite angeflogen kommt ...

Nach so einer Runde (vorher sieht es nicht ganz so gut aus ) muss ich nicht 3mal Rico rufen - ich rufe nur ein einziges mal und Rico kommt sofort und geht mit mir zufrieden nach Hause.

Auch die meisten Pflegehunde haben das bisher halbwegs mitgemacht indem sie einfach Rico hinterher gelaufen sind. Leider waren die meisten zu kurz bei uns um das weiter auszubauen. Mit Llano hat Rico schon richtig gejagd, d.h. sie haben sich aufgeteilt und kamen von 2 Seiten gleichzeitig. Der ein oder andere Pflegi blieb etwas länger als erwünscht im Gebüsch, aber im großen und ganzen hatten wir fasst nie größere Probleme damit. Von den 9 Pflegehunden hatten lediglich 2 einen so starken Jagdtrieb, dass sie zu oft ihre eigenen Wege gingen und auf nichts anderes mehr achteten.
Von daher ist meine ganz persönliche Statistik: 20-25% der Bodis haben einen ausgeprägten Jagdtrieb der nur mit viel Training händelbar ist.
Reines unterdrücken des Jagdtriebs durch ständiges Anleinen und Ablenken (Aportieren, Leckerli etc) wie es viele Hundetrainer lehren, kann in der akuten Situation zwar helfen, verstärkt langfristig die Probleme aber eher.

denn

Ein glücklicher Hund ist ein Hund der einfach mal Hund sein darf.

... und nicht der, der nur "bei Fuß" gehen darf und stoisch auf sitz, bleib, komm hört.

- Andreas

#147 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von Sansa 23.08.2016 17:40

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Dieses Thema passt gerade super😀
Wir haben das Glück, dass unsere Saray so gut wie keinen Jagdtrieb hat😀
Mit unserem Futterbeuteltraining, Ball spielen und ein paar Tricks einüben ist unser
Mäuschen völlig zufrieden.😀
Seit 5 Wochen ist nun unser Zwerg Pepe bei uns der einen ausgeprägten
Jagdtrieb zeigt und schon einen Hasen hinter her ist. Saray ist schön bei uns geblieben😀
Nun hat Pepe immer die Schleppleine an und wir üben Futterbeutel apportieren!
Unterordnung ist natürlich auch angesagt und wir werden dann mit Beiden ein Dummytraining
beginnen! So werden wir auch Pepes Jagdtrieb lernen zu händeln😍
Neuer Hund 😃 Neue Herausforderung😃
Wir nehmen Sie an😀😀😀
LG

Tanja mit Angsthasi Saray und Jagdjundspund Pepe

#148 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von Moosrose 23.08.2016 17:41

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Das ist doch prima, wenn ihr glücklich seid und das die gemeinsame Jagd, wie du schreibst, in einem sicheren Gelände stattfinden kann. Das habe ich letztes Jahr mit Mäuselöchern auch so ähnlich gemacht, ich denke sie hält mich für einen sehr schlechten Jäger. Das habe ich zu Gunsten einer besseren Abrufbarkeit dieses Jahr aufgegeben.

Meine Prioritäten sind anders geworden:

1. (Mangels sicheren Geländes) der Hund darf nicht überfahren werden, also wird jagen vermieden und nicht bestätigt. Eine jagende Hündin ist diese Jahr bis auf die Kreuzung gerannt und angefahren worden.

2. Mein Hund, von der kleinen Sorte, steigt in die Kaninchenbauten ein, diese sind tabu. Vor drei Wochen ist wieder ein Hund eingestiegen und verschüttet worden, sie konnten ihn ausgraben. Allerdingswurden sie von einem freundlichen Jogger angezeigt und durften eine Strafe zahlen. Ein anderer Hund war zwei Tage verschwunden, er wurde von einem Jogger mit den Händen ausgegraben er hatte das Wimmern des Hundes unter der Erde gehört. Die meisten Bauten sind direkt in der Nähe von Bäumen, es wird mir keiner den Olympiapark abholzen. Da bin ich vielleicht nicht entspannt genug, es werden natürlich nicht alle verschüttet.

3. Wandern in den Bergen und Wald, der Hund darf nicht erschossen werden. Im Umland hat ein Jäger den Jagdhund des Nachbarreviers erschossen, sie ertappten ihn beim Vergraben des GPS Senders. Außerdem ist für mich Rücksichtnahme auf Jungtiere, Kälber und Wild selbstverständlich. Das macht schon Eindruck, wenn sich eine Kuhherde formiert und die Hörner senkt, da machst auch mal nen langen Umweg. Oder freust dich, dass dein fröhlicher frei laufender Hund, auch mal eine Minute "bei Fuß" gehen kann, ohne dass er das ständig muss.

Alle 50 bis 100 Meter ein Langohr das wäre ja traumhaft, hier laufen dir die Kanickel überall über den Weg . Der hüpft dann zwei Meter vor Dir aus dem Gebüsch, 30 Meter weiter ist der Altstadtring, das ist dann nicht der richtige Ort über das große Freiheitsgefühl nachzudenken, da wird die Leine plötzlich deine beste Freundin.

Flitzen und die große Weite gibt es dann im Englischen Garten, da gibt's keine Kanickelchen. Man muss sich halt so einrichten wie es für einen passt.

#149 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von Corry 23.08.2016 20:43

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"Reines unterdrücken des Jagdtriebs durch ständiges Anleinen und Ablenken (Aportieren, Leckerli etc) wie es viele Hundetrainer lehren, kann in der akuten Situation zwar helfen, verstärkt langfristig die Probleme aber eher."

Na das ist doch mal eine echte Experten Meinung! Reibe mir eben verwundert die Augen.

#150 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von BodiAC 24.08.2016 01:07

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Zitat von BodiAC im Beitrag #146
Reines unterdrücken des Jagdtriebs durch ständiges Anleinen und Ablenken (Aportieren, Leckerli etc) wie es viele Hundetrainer lehren, kann in der akuten Situation zwar helfen, verstärkt langfristig die Probleme aber eher.



Mir ist bewusst, dass das jeden "Experten" provozieren musste! Ehrlich, ich wundere mich, dass bisher nicht mehr Widersprüche gekommen sind.

Ich würde mich nie als Experten bezeichnen, wie auch, war ich doch bisher nur bei einem einzigen Live-Vortrag von Fichtlmeier.

Ich beschreibe nur das, womit ich gut klar komme. Das ist nicht auf jeden Menschen und jeden Hund übertragbar!

Und genau das finde ich wichtig: Das jeder für sich herausfindet was bei ihm mit seinem Hund funktioniert und nicht ständig die neuesten Methoden der gerade angesagtesten Hundflüsterer nachäfft.

Ach ja - Fichtlmeier - der schmeisst seinen Hut oder die Leine dem Hund hinterher wenn der nicht hört. Dann schreit er beim Vortrag ins Mikro - so muss man das machen!
Kurze Zeit später hab ich das mal mit Rico gemacht als er erst wenige Monate bei uns war. Innerhalb von Sekunden waren wochenlange Beziehungsarbeit dahin. Wer Rico aus der Anfangszeit kennt wird verstehen was ich meine.
Wenn jemand mit Fichtlmeier Methoden gut zurecht kommt - schön für ihn. Es muss halt passen!



Das war Rico nach 1 1/2 Monaten bei uns. So hat er dort lange Zeit unter dem Tisch gehockt vor Angst. Wir konnten ihn nur mit Gewalt unter dem Tisch hervorziehen. Das war übrigens bei einem Adventstreff in der Hundehalle Wuppertal. Das Bild hat unsere Vorsitzende Monika gemacht.




Was konnten wir uns anhören was für einen verstörten Hund wir da ungesehen am Flughafen abgeholt haben. Ich habe die Hundeschule abgebrochen weil die Hundetrainerin offensichtliche Vorurteile gegenüber verstörten Hunden aus dem Auslandstierschutz hatte und keine Lust hatte auf die speziellen Probleme von Rico einzugehen. Nein das war keine selbsternannte Hundeflüsterin sondern die anerkannteste Hundeschule im Großraum Aachen. Sie hat mir auch deutlich zu verstehen gegeben, dass so ein Hund nie ein normaler Hund sein wird.

Ja, auch wir haben viel Lehrgeld bezahlt.
Von da an habe ich mich nur noch auf ein paar angelesene Erziehungsgrundlagen und mein Bauchgefühl verlassen.


Heute ist Rico der beste Hund den ich mir vorstellen kann!


Immer wieder wird mir das von verschiedenen Seiten bestätigt wie auch zuletzt am letzten Wochenende beim Taunustreffen. Jeder der Rico aus der Anfangszeit kennt und seine Menschenscheu erlebt hat kann bestätigen was für eine tolle Entwicklung er durchgemacht hat.
Dieses Bild habe ich am Sonntag gemacht:


Anton meinte sinngemäß: "Wahnsinn, das wäre noch vor einem Jahr unvorstellbar gewesen, dass Rico sich auf den Arm nehmen lässt."
Das ist nicht von selber gekommen, aber war andererseits auch keine Meisterleistung unsererseits. Wir haben uns nur auf unser Bauchgefühl verlassen.

Deshalb mein Appell - hört mehr auf euer Bauchgefühl! Der beste Hundetrainer ist nie so nah dran und versteht euren Hund nie so gut wie ihr.
Wenn Eure positiven Erfahrungen und Methoden allen Erkenntnissen der "Experten" widersprechen, dann liegt das an der einzigartigen Konstellation zwischen euch und eurem Hund.

Die Experten kriegen immer die Panik wenn wir die Pflegis spätestens am 3. Tag ableinen. Bei 9 Pflegis haben wir bisher nie ein Problem dabei gehabt.
Wir haben eine eigene Methode entwickelt. Bitte nicht einfach nur ableinen. Man muss schon einiges dabei beachten und einen Trick dabei kennen.
Aber was erzähle ich, was nicht sein kann darf nicht sein. Am besten wir lassen uns die Methode Patentieren

Und ich bleibe dabei: Hunde mit Jagdtrieb werden nie glücklich wenn man den Jagdtrieb immer unterdrückt!
Das Problem wird nie gelöst sondern es wird immer ein Kampf zwischen Mensch und Hund bleiben.
Ich habe deshalb für Rico und mich eine Möglichkeit gefunden, dass er seinen Jagdtrieb ausleben kann und bin sehr zufrieden damit.

So, jetzt lasse ich mich genüsslich von den "Experten" zerreißen!

- Andreas

#151 RE: Bodegueros sind Jagdhunde von Tinto 24.08.2016 08:04

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Guten Morgen zusammen!

Ich betreibe beim Training mit Tinto auch "cherry-picking" und suche mir die Sachen raus, die meiner Meinung nach Sinn machen und bei Tinto auf fruchtbaren Boden fallen.

Ich kann Corrys Kommentar schon verstehen, weil der Satz "Reines unterdrücken des Jagdtriebs durch ständiges Anleinen und Ablenken (Aportieren, Leckerli etc) wie es viele Hundetrainer lehren, kann in der akuten Situation zwar helfen, verstärkt langfristig die Probleme aber eher." pauschaler rüberkam bzw. rüberkommen kann (ist das Problem mit dem geschriebenen Wort), als es von Andreas glaube ich gedacht war. Bei Rico und den Pflegehunden die er und Barbara hatten ist er gut mit seiner Methode gefahren und das Rico ein toller Bursche ist und im Freilauf gut zu händeln ist kann keiner abstreiten.

Da ich selbst auch sogenanntes "Anti-Jagd-Training" betreibe, wollte ich nur ganz kurz auch ein paar Worte dazu verlieren. Anti-Jagd-Training bedeutet für mich Jagd-Ersatz-Training, also dem Hund einen Ersatz für die einzelnen Sequenzen der Jagd zu bieten, sodass sein Jagdtrieb befriedigt ist und er nicht meint hinter dem nächsten Reh oder Wildschwein hinterherrennen zu müssen. Das Jagen an sich kann man einem Hund mit Jagdtrieb meiner Meinung nach nicht abgewöhnen oder den Jagdtrieb unterdrücken aber in gut beherrschbare Alternativverhalten umlenken.

Das Jagdverhalten besteht nicht nur aus dem Hetzen sondern aus mehreren Sequenzen:

- Beobachten
- Suchen
- Lauern
- Anschleichen
- Hetzen
- Packen
- Schütteln
- und schlussendlich dem Töten.

Auch aus dem Tierschutzgedanken anderen Tieren gegenüber (und um meine Nerven zu schonen) kann ich gut drauf verzichten, dass Tinto die Sequenzen, die ein anderes Tier (mit Ausnahme von Mäusen) stressen oder schädigen, bei mir in der ursprünglichen Form auslebt. Also biete ich ihm einen möglichst adäquaten Ersatz. Zum Beispiel darf er Wild beobachten (wird also nicht davon abgelenkt) und wird dafür bestätigt, so kann er es mir im besten Fall auch anzeigen, ohne durchzustarten. Oder das Lauern wird mit einem tollen Spielzeug oder Dummy geübt, der Dummy wird gesucht (und bei mir darf der auch geschüttelt werden) und wenn man Tinto dabei beobachtet kann man sehen was ihm dass für einen Spaß macht.

Das einzige was ich ihm zugestehe, bei dem andere Tiere ins Spiel kommen, ist nach Mäusen buddeln. Das benutze ich sogar gerne als Bestätigung/Belohnung für gut aufgeführte Aufgaben oder einen tollen Rückruf.

Tintos Jagdtrieb ist schon eher ausgeprägt und ob ich ihn irgendwann mal im Wald ableinen kann halte ich aktuell noch für fraglich, macht nix, dann ist halt die Schleppleine dran. Da er eher Sichtjäger ist kann ich ihn aber im gut einsehbaren Gelände auch ableinen und er kann sich mal austoben. Ich darf ihn aber nicht aus dem Auge verlieren und gemütlich vor mich hinträumen ist einfach nicht drin.

Ich denke es ist gut, wenn man für verschiedene und auch neue gewaltfreie Trainingsmethoden offen ist. Wenn dass dann für einen selbst und seinen Hund nicht funktioniert sucht man sich was anderes. Wenn es aber für den einen Hund und seinen Besitzer genau der Weg ist, der funktioniert, dann sollten wir das auch alle akzeptieren. Und ich denke wir wissen alle ganz genau, dass es nicht nur den einen Weg gibt einen Hund zu erziehen und zu trainieren, weil unsere Hunde genauso wie wir Individuen sind mit ihren ganz persönlichen Stärken, Schwächen und Vorlieben, auf die man entsprechend eingehen muss.

Und Hunde mit dem sogenannten "Kadavergehorsam habe ich bei unseren Bodis noch nicht entdeckt sondern bisher nur zufriedene, glückliche Hunde die von ihren Besitzern geliebt werden.

Ganz viele Grüße
Carina mit Tinto

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