#1 MRT beim Hund - Erfahrungen? von gizzmobln 19.05.2013 10:16

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Hallo Bodi-Freunde,

wie manche von Euch vielleicht schon gelesen haben, hat unser Pucki (früher: Fermin) Schmerzen, welche auch dazu führen, dass er sehr ängstlich gegenüber einem seiner Herrchen ist. Bisher dachten wir, diese kommen aus bestimmten Gelenken. Neue Untersuchungen haben aber zu dem Ergebnis geführt, dass wahrscheinlich etwas an der Wirbelsäule ist und er darum auch seinen rechten Vorderlauf und den linken Hinterlauf nicht richtig belastet. Was es ist, kann ein "normaler" Tierarzt nicht feststellen. Dazu müsste ein MRT (Magnetresonanztomographie) gemacht werden, um zu sehen, was genau ist. Da es Pucki besser geht, wenn er Kortison bekommt, geht unser Tierazt davon aus, dass es irgendetwas mit einer Schwellung zu tun hat. Es könnte also z. B. ein Bandscheibenvorfall sein.

Hat jemand von Euch schon mal ein MRT beim Hund machen lassen? Wie läuft sowas ab und was kostet es. Die Tierärztin sprach von mindestens 500 Euro und dann käme ja gegebenfalls noch eine teure Operation hinzu. Alternativ müssten wir ihm immer weiter Kortisonhaltige-Tabletten, dass würde seine Leber aber wohl nicht sehr lange mitmachen. Wirklich eine blöde Situation gerade.

Über Einschätzungen von Euch wären wir sehr dankbar.

Liebe Grüße, Eric und Marc

#2 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von stja 19.05.2013 12:05

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Hallo Eric und Marc,

es tut mir sehr leid für Pucki.
Ist Pucki geröntgt worden? Was konnte der Tierarzt dabei feststellen?
Ein MRT oder CT wird bei einem Hund immer unter Vollnarkose gemacht.
Sind alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft?
Bei Kortison schrillen bei mir erstmal die Alarmglocken.
Und Kortison ohne Diagnose ist...wenn es denn so ist, also der Tierarzt nur Vermutungen hat,
regelrecht fatal.
Bandscheibenvorfälle kann man ganz gut physiotherapeutisch behandeln.
Und wenn man nur den leisesten Verdacht eines solchen hat, muss man zur vollständigen Genesung
einiges beachten (lange Zeit nur ganz langsames Schritt-Tempo an der Leine und und und).
Schmerzmittel gibt man dann zwar gern, die können aber sehr schnell kontraproduktiv sein:
unter Schmerzmittel wird sich der Hund schmerzfreier zeigen und mehr laufen wollen und können.
Ruhe ist aber zumeist das A und O für eine erfolgreiche Behandlung...

Könnt ihr mehr dazu schreiben?

Was ein MRT letztendlich kostet, hängt stark davon ab, wie lange es dauert. Das heisst, was alles genau untersucht werden soll.

#3 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von gabby 19.05.2013 12:21

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Oh Eric und Marc,
das ist traurig zu lesen..
Also mit MRT Hund habe ich keine Erfahrung, könnte das nächste Woche aber mal durch meinen Bekannten abklären lassen. Tja, mit den TA und den Diagnosen...meiner Meinung viel Glück im Spiel um an den RICHTIGEN zu gelangen...

Aus meiner aktiven Reiterszeit kann ich Euch berichten, daß auch die Pferdeleins und insbesondere meine Stute (sie wurde im Springsport geritten) des öfteren Rückenprobleme hatte.
Diese äußerten sich auch in Lahmheiten. Wir haben es sehr gut mit meinem Freund, ein sehr guter Tierheilpraktiker und Akupunkteur auf diesem Gebiet in den Griff bekommen und 1 oder 2x mal habe ich auch einen Physiotherapeuten zum "Einrenken" konsultiert.

Ich weiß, solche Spezialisten gibt es auch im Hundebereich. Ihr seid zu weit von mir weg, sonst könnte ich Empfehlungen aussprechen.
Könntest Du evtl. etwas genauer beschreiben, wie sich die Probleme bemerkbar machen und wann am meisten Probpleme auftauchen?
Welche Beine sind betroffen? Immer Diagonal oder auch schon mal gleiche Seite? Wie verhält er sich nach einer langen Ruhephase beim Aufstehen? Hat er Schwierigkeiten sein großes Geschäft zu verrichten?

Beim MRT hat stja schon richtig beschrieben wird eine Vollnarkose zum Einsatz kommen, der Hund muß absolut ruhig verweilen.

Ich kann gerne meinen Freund befragen, muß aber mehr Infos haben. Da er für die Pferde sehr viel in Eurer Gegend behandelt, könnte er evtl. auch Spezialisten benennen...

#4 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von Tante Emma 19.05.2013 12:28

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Hallo Erik, hallo Marc,

mich würde hierzu interessieren wie hoch die Dosis des Kortisons seien soll?
Ich kenne eine Katze die schon über Jahre eine geringe Dosis (Ca. 1 - 2 mg tgl.) Kortison bekommt.
Und es geht ihr damit gut.

Richtig ist es aber, man sollte schon eine Diagnose haben bevor man Kortison gibt.

Kortison ist sehr gut und auch sehr schlecht. Man muss es abwägen.
Vielleicht gibt es die Option, mal eine Kurzzeittherapie mit einer geringen Dosis zu machen und schauen ob das Problem weg ist und weg bleibt?

Ich weiß jetzt nicht was belastender für Pucki ist. Kurzzeitig Kortison zu nehmen oder eine Narkose + MRT?

#5 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von Santa 19.05.2013 13:38

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Hallo Eric und Marc,

schließe mich Denise ihren Ausführungen voll und ganz an!
Um sich ein genaueres Bild machen zu können, wäre es schön, wenn
Ihr noch mehr Informationen zu Puckis Beschwerden, der vermuteten Diagnose und der geplanten Vorgehensweise Eures TA
geben könntet.

Kortisongaben (Prednisolon?) sind bei nicht eindeutiger Diagnose für mich ein „rotes Tuch!“
Es kann "Fluch und Segen" sein!
Habe die Erfahrung gemacht, dass es gerne als Versuchsmedikament eingesetzt wird.
Oftmals zeigen sich zwar direkt Erfolge, welche sich aber nach Absetzen wieder umkehren und die Suche
nach den Ursachen der wieder auftretenden Beschwerden beginnt erneut. Auch habe ich es bei meiner alten Hündin erlebt, dass
um sie beschwerdefrei zu halten, immer höhere Dosen erforderlich waren, die dann andere, schwerwiegende Erkrankungen hervorgerufen
haben, die schlussendlich nicht mehr revidierbar waren.
Kortisongaben verhindern u.U. auch das Bestreben weitere eindeutige Diagnosen stellen zu können.

Unter der Gabe von Schmerz- und/oder Entzündungshemmern wie z.B. Metacam und Rimadyl geht es den Tieren
anfänglich i.d.R. ganz gut. Langfristig aber auch nur dann, wenn es gezielt für zugrundeliegende Ursachen, mit einer gesicherten
Diagnose und nicht nur allein zur Symptombekämpfung eingesetzt wird.

Pucki gilt als ängstlich – vielleicht ist er (lapidar ausgedrückt) verkrampft und das hat sich dahingehend generalisiert, dass das ursächlich für körperliche Beschwerden
im Rückenbereich ist.
Ist Euch schon mal eine Physiotherapie, Massage, Schwimmtherapie o.Ä. an’s Herz gelegt worden – vielleicht wollt ihr diesen
Weg zuerst in Erwägung ziehen und mit Eurem Arzt diskutieren?
Empfehlenswert wäre vielleicht auch die zweite Meinung eines anderen, guten Tierarztes bevor man
Pucki für ein MRT in’s Reich der tiefen Träume schickt – eine Narkose ist ja leider auch nicht so unbelastend.
Wünsch Euch ein gutes Bauchgefühl bei der Entscheidung, wie Pucki geholfen werden kann – das ist sicherlich
nicht so ganz einfach für Euch.

#6 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von gizzmobln 19.05.2013 19:17

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Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten. Dann will ich mal schreiben, wie das mit Pucki so weit gekommen ist.

Zunächst ist uns bei ihm eine Lahmheit vorne rechts aufgefallen. Daraufhin hat er erstmals Tabletten gegen Schmerzen und Entzündungen bekommen. Die noch ohne Kortison. Damit ging es ihm schon deutlich besser und auch seine Angst war verschwunden. Aber nicht lange. Als wir diese Tabletten dann abgesetzt haben, war seine Angst wieder da, so dass wir davon ausgingen, dass die Angst wohl mit den Schmerzen im Zusammenhang steht.

Auch die Lahmheit kam wieder. Wir sind aufgrund anderer Ereignisse mit unserer Hündin zu einem anderen Tierarzt gewechselt. Der hat sich Pucki nochmal ganz genau angeschaut und zudem festgestellt, dass die Muskulatur bei Pucki auch hinten links viel schwächer ausgebildet ist als normal und er auch diesen Hinterlauf nicht richtig belastet. Das große Problem bei Pucki ist, dass er beim Tierarzt immer "Toter Mann" spielt. Er zeigt seine Schmerzen einfach nicht und lässt alles über sich ergehen, ohne eine Reaktion zu zeigen.

Dann hat der Tierarzt aber noch beide Hinterläufe nach hinten und oben gezogen und da hat Pucki dann doch einen Schmerzenslaut von sich gegeben. Daraufhin wurde die Wirbelsäule abgetastet und geröngt. Beim Abtasten zeigt Pucki an der Lendenwirbelsäule wieder Schmerzen an, beim Röntgen konnte man aber nicht sehen. Wir haben dann zunächst die Tabletten mit dem Kortison bekommen (den Namen muss ich erstmal wiederfinden). Der Tierarzt wollte schauen, ob es danach dann besser sein würde. Damit gings Pucki natürlich wieder toll, auch war die Angst wieder ganz weg. Aber leider zeigt Pucki wieder die gleichen Symptome nach dem Absetzen der Tabletten, auch sind die Schmerzen an der Wirbelsäule wieder da.

Das MRT hat der Tierarzt jetzt empfohlen, damit man auch mal weiß, was Pucki denn wirklich genau hat um dann die Behandlung darauf auszurichten. Unser Tierarzt hat auch gesagt, dass das ggf. mit "krankengymnastik" oder Osteopathie in den Griff zu bekommen wäre, eine OP wäre nicht in jedem Fall nötig. Dazu muss man aber wissen, was es genau ist. Das ist der derzeitige Stand. Wir sind uns halt auch nicht sicher. Sollen wir ihm die MRT uns somit eine Narkose antun oder lieber erstmal zur Physiotherapie gehen, aber zu wissen, was es ist...

#7 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von stja 19.05.2013 19:47

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Hm.
Klar, man sieht auf einem Röntgenbild keinen Bandscheibenvorfall, aber man könnte dort Anhaltspunkte erkennen.
Habt ihr denn mal über einen THP nachgedacht?
Oder kommt das für euch gar nicht in Frage?
Akupunktur kann ja auch viel bewirken.
Und letztendlich ist es ja so, wie Ingrid schon geschrieben hat. Wenn die Angst womöglich, die eigentliche Ursache ist, werdet ihr irgendwann an eure Grenzen stossen. Dann wäre ihm u.U. gar nicht geholfen. Ein THP arbeitet aber ganzheitlich.
Eventuell kann man da auch etwas über Bioresonanz erreichen.

Luna hatte ja wahrscheinlich einen Bandscheibenvorfall. Allerdings mit Lähmung der Hinterhand. Heute ist sie ziemlich stabil.
Zum Beispiel darf sie absolut keine Treppen steigen oder springen. Da versuchen wir sehr drauf zu achten.
Uns wurde ganz ausdrücklich von einer OP abgeraten. Dann eher Goldakupunktur.
Aber warum wieso und so kann ich jetzt nicht alles tippseln

#8 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von gabby 19.05.2013 23:30

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Zitat von stja
Hm.
Klar, man sieht auf einem Röntgenbild keinen Bandscheibenvorfall, aber man könnte dort Anhaltspunkte erkennen.
Habt ihr denn mal über einen THP nachgedacht?
Oder kommt das für euch gar nicht in Frage?
Akupunktur kann ja auch viel bewirken.
Und letztendlich ist es ja so, wie Ingrid schon geschrieben hat. Wenn die Angst womöglich, die eigentliche Ursache ist, werdet ihr irgendwann an eure Grenzen stossen. Dann wäre ihm u.U. gar nicht geholfen. Ein THP arbeitet aber ganzheitlich.
Eventuell kann man da auch etwas über Bioresonanz erreichen.
(



Das hatte ich ja ebenfalls in meinem Beitrag angedeutet
Ich würde, wenn es um meinen Hund geht in einem solchen Fall einen Tierphysiologen kontakten.
Ich selbst habe immer mal wieder Probleme mit meinen Brustwirbeln,
eine falsche Bewegung und irgendeine sitzt am falschen Platz....wenn die Schmerzen wirklich arge werden muß ich kurz von meinem Physiotherapeuten "gerichtet" werden und die Welt ist wieder in Ordnung.
Mit Kortison wäre ich auch sehr sehr vorsichtig.

#9 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von Tante Emma 20.05.2013 08:29

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also ich finde man sollte das Kortison im allgemeinen hier nicht ganz so schlecht darstehen lassen.
Es ist in der Medizin ein Fluch und ein Segen.
Richtig angewandt ist es Gold wert und wenn es unkontrolliert verabreicht wird, kann es Schäden anrichtigen.

Vor einer Kortisontherapie sollte man auf jeden Fall alle anderen Möglichkeiten nutzen, aber wenn sich keine Erfolge einstellen, dann sollte man auch eine Kortisontherapie in Erwägung ziehen.

Übrigens kenn ich hier bei mir in der Nachbarschaft auch eine junge Hündin, die immer sehr aufgedreht und ängstlich war. Die Halter sind mit der Kleinen auch zu vielen Ärzten gefahren, bis man herausgefunden hat, das der Hund selber zu wenig Cortisol produziert und nun bekommt sie eine kleine Dosis Kortison täglich und es ist ein ganz anderer Hund geworden.

Wenn es mein Hund wäre würde ich auch die alternativen Lösungen ausprobieren und schauen wie es dem Hund damit geht.
Wenn ich auf Dauer zu keinem guten Ergebnis kommen würde, dann würde ich die Kortisontherapie in Erwägung ziehen.
Allerdings habt ihr die ja schon bei Pucki angewand Wie lange ging diese Therapie?
Aus eigener Erfahrung weis ich, das es auch eine Zeit dauert. Also der Erfolg ist schnell da, aber man sollte es darüber hinaus noch eine zeitlang verabreichen.
Zu schnell abgesetzt flackert das Problem wieder auf.

Ich drücke euch die Daumen, das ihr für Pucki die richtige dauerhafte Lösung findet.

#10 RE: MRT beim Hund - Erfahrungen? von J4N3M3 21.05.2013 08:21

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Das hört sich fast so an wie bei Molly, obwohl man bei ihr schon recht deutlich sieht, dass sie hinten rechts nicht sauber belastet wegen ihrer Kniescheibe. Sie lahmt auch vorn beim Gehen. Ich muss heute oder morgen mit ihr zum TA weil sie eine Ohrenentzündung hat aber ihre OP wg. Patellaluxation steht auf dem Plan. Konnte denn sicher gesagt werden, dass Puckis Kniescheibe in Ordnung ist? Ich drück Euch feste die Daumen. Sollte bei Molly ein MRT als OP-Vorbereitung anstehen, werde ich darüber berichten.

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